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Home-Assistant-Backups auf TrueNAS: die Haussteuerung absichern

Im Auftakt dieser Serie hatte ich TrueNAS als zentralen Netzwerkspeicher vorgestellt, im letzten Beitrag bin ich tiefer auf dessen Aufbau eingegangen.

5 Min. Lesezeit
Eine Festplatte mit Sicherheits-Symbol als Sinnbild für Backups der Haussteuerung
Inhalt · 5 Abschnitte
  1. Warum ein einzelnes Backup nicht reicht
  2. Netzwerkspeicher direkt in Home Assistant einbinden
  3. Automatischer Zyklus statt manuellem Klicken
  4. Verifiziert, aber noch nicht vollständig durchgespielt
  5. Fazit und Ausblick

Im Auftakt dieser Serie hatte ich TrueNAS als zentralen Netzwerkspeicher vorgestellt, im letzten Beitrag bin ich tiefer auf dessen Aufbau eingegangen. Diesmal geht es um eine konkrete Nutzung dieses Speichers: die automatische Absicherung meiner Home-Assistant-Instanz.

Warum ein einzelnes Backup nicht reicht

Home Assistant erstellt Backups standardmäßig lokal, auf derselben virtuellen Maschine, auf der auch der Dienst selbst läuft. Das schützt zuverlässig vor einer fehlgeschlagenen Konfigurationsänderung oder einem missglückten Update: Ein einzelner Klick genügt, um auf einen früheren Stand zurückzuspringen. Fällt aber die komplette virtuelle Maschine oder der zugrunde liegende Mini-PC aus, etwa durch einen Hardware-Defekt oder ein verunglücktes Storage-Problem, sind VM und lokale Backups gleichzeitig weg. Gerade bei Home Assistant wiegt das schwerer als bei den meisten anderen Diensten in meinem Homelab: Hier stecken nicht nur Konfigurationsdateien, sondern auch die im vorherigen Beitrag beschriebene Label- und Abstraktions-Struktur sowie Jahre an Sensor-Historie, die sich nicht einfach neu erzeugen lässt.

Genau für den Fall eines Totalausfalls wollte ich eine zweite, unabhängige Kopie an einem anderen Ort haben, physisch getrennt vom Gerät, auf dem Home Assistant läuft. Mit TrueNAS als zentralem Netzwerkspeicher stand dieser Ort bereits bereit, ohne dass ich dafür eine eigene Lösung hätte aufbauen müssen.

Netzwerkspeicher direkt in Home Assistant einbinden

Da meine Instanz als Home Assistant OS mit Supervisor läuft, unterstützt sie natives Network Storage direkt über die eigenen Einstellungen, ganz ohne Zusatz-Add-on. Unter Einstellungen → System → Speicher lässt sich ein Netzwerkspeicher für die Verwendung „Backup“ hinzufügen, verbunden über das SMB-Protokoll mit der TrueNAS-Freigabe. Dabei greife ich auf eine Ordnerebene zurück, die ich mir für genau solche Zwecke schon reserviert hatte, statt spontan einen neuen Ablageort zu erfinden. Anmeldedaten für den SMB-Zugriff trage ich bewusst selbst direkt im Formular ein, statt sie automatisiert einzugeben, auch wenn ein Großteil der Einrichtung sonst automatisiert erfolgt.

Sobald der Netzwerkspeicher verbunden ist, zeigt Home Assistant ihn als eigenen Eintrag in den Speicher-Einstellungen an und lässt sich dort jederzeit erneut prüfen. Ändert sich später einmal die Ordnerstruktur auf dem NAS, etwa weil ich Freigaben umorganisiere, muss ich diesen Eintrag manuell nachziehen. Eine automatische Synchronisation zwischen NAS-Struktur und Home-Assistant-Konfiguration gibt es nicht, ein Punkt, den ich mir für künftige TrueNAS-Umbauten vorgemerkt habe.

Automatischer Zyklus statt manuellem Klicken

Ein Backup, an das man sich erst manuell erinnern muss, wird erfahrungsgemäß irgendwann vergessen. Deshalb läuft die Sicherung bei mir vollautomatisch: täglich, zu einem von Home Assistant selbst gewählten Zeitpunkt innerhalb eines optimierten Zeitfensters, mit „Backups überspringen“ als Verhalten bei laufenden Updates, damit sich beides nicht in die Quere kommt.

Bei der Aufbewahrungsdauer bin ich bewusst von einer reinen Anzahl-Begrenzung abgerückt. Fünf Backups hätten zwar eine Arbeitswoche abgedeckt, zehn erschienen mir schon unnötig granular fürs reine Zählen. Stattdessen sichere ich jetzt tage-basiert für 30 Tage. Speicherplatz auf dem NAS ist kein knappes Gut, und ein Konfigurationsfehler fällt mir nicht immer sofort auf. Erst nach ein, zwei Wochen bemerkter Unsinn im Log lässt sich damit noch auf einen sauberen Stand zurückführen, statt an der Anzahl der Backups zu scheitern. Gesichert werden dabei die eigentlichen HA-Einstellungen, der Sensor- und Energie-Verlauf sowie die Freigabe-Ordner, während ich Medien wie Kamera-Aufnahmen bewusst ausschließe, da sie für eine Wiederherstellung nicht relevant sind.

Verifiziert, aber noch nicht vollständig durchgespielt

Ein Backup ist nur so gut wie seine tatsächliche Wiederherstellbarkeit. Ich habe deshalb ein manuelles Test-Backup direkt in Home Assistant ausgelöst und im TrueNAS-Ordner kontrolliert, dass die Datei dort tatsächlich ankommt. Die komplette Kette aus Home Assistant, SMB-Verbindung und TrueNAS-Ablage funktioniert damit nachweislich.

Einen vollständigen Restore-Test, bei dem ich ein Backup aktiv zurückspiele, habe ich bislang bewusst noch nicht durchgeführt. Der Ablauf dafür ist in Home Assistant zwar denkbar einfach gehalten, eine Sicherung auswählen, Wiederherstellung bestätigen, System startet neu, aber genau dieser Neustart würde die produktive Instanz für einige Minuten lahmlegen und alle laufenden Automationen unterbrechen. Für einen echten Test brauche ich entweder ein Wartungsfenster, in dem ein kurzer Ausfall niemanden stört, oder eine zweite Testumgebung, in die ich ein Backup gefahrlos einspielen kann, ohne die produktive Instanz anzurühren. Beides steht noch aus. Bis dahin bleibt eine Restlücke im Vertrauen: Die Datei kommt nachweislich an, ob sie sich im Ernstfall genauso reibungslos zurückspielen lässt, ist bislang nur theoretisch abgesichert.

Fazit und Ausblick

Aus einem zentralen Netzwerkspeicher und einer Handvoll Einstellungen in Home Assistant ist eine Absicherung geworden, die im Hintergrund läuft, ohne dass ich noch aktiv daran denken muss und ohne dass sie den laufenden Betrieb der Haussteuerung in irgendeiner Form stört. Genau das war der Punkt: Ein Backup, das von manuellem Handeln abhängt, ist am Ende kein verlässliches Backup. Für die Zuverlässigkeit der Kette bleibt ein echter Restore-Test der letzte offene Punkt, den ich in einem der nächsten Beiträge dieser Serie nachreichen möchte.

Wie in den anderen Beiträgen dieser Serie: Bei Fragen oder Interesse an Details zur Umsetzung freue ich mich über eine Nachricht.

Porträt Moritz Conjé

Geschrieben von

Moritz Conjé

Senior Projektmanager & Konzepter für Verwaltungsdigitalisierung

Projektmanager bei Dataport AöR, zertifiziert nach PRINCE2 Agile und IPMA Level D. Ich führe Teams zwischen Fachbereich, Management und IT und ordne Technik für Entscheidungen ein.

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