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Notizblog

Homelab: Beiträge rund um Aufbau und Betrieb meines eigenen Homelabs:
von Hardware und Netzwerk bis zu selbst gehosteten Diensten und smarter Haussteuerung.
Eigene Lösungen statt fertiger Anbieter, mit allem Basteln und Lernen, das dazugehört.

Eine eigene Statuszeile fürs Terminal: mehr Überblick bei der Arbeit mit Claude Code
Wer täglich mit einer KI im Terminal arbeitet, kennt das Problem: Wie ausgelastet die laufende Sitzung gerade ist, wie nah man an ein Nutzungslimit kommt oder was sie bereits gekostet hat, bleibt normalerweise unsichtbar. Man merkt es meist erst, wen ...
Fähigkeiten ergänzen: passende Skills für die Rollen und Aufgaben finden
Ein KI-Assistent kann schon ohne Erweiterungen erstaunlich viel. Für ein konkretes Projekt reicht „erstaunlich viel" aber selten als Arbeitsweise. Beim Aufbau des Second Brain kamen zuletzt drei sehr unterschiedliche, eigenständige Projekte zusammen: ...
Wie Wissen ins Second Brain kommt: Web-Clipper, YouTube-Transkripte und Bücher
Der letzte Teil dieser Serie endete mit einer offenen Frage: Wie gut ein Redakteur Themen clustern kann, hängt direkt davon ab, was überhaupt an Input hereinkommt – und wie es dort ankommt. Der große Notion-Import hatte den bestehenden Wissensbestand ...
Arbeiten im Second Brain: Claude Remote auf LXC und der Zugriff aufs LLM-Wiki über TrueNAS
Das Rollenmodell aus den letzten Teilen dieser Serie beantwortet, wer im Second Brain mit welchen Rechten arbeitet. Offen blieb bislang eine ganz praktische Frage: Wo findet diese Arbeit eigentlich statt, wenn ich nicht am Schreibtisch-PC sitze? Das ...
Vom Konzept zum ersten echten Testlauf: das Übergabe-Artefakt-Schema in der Praxis
Der Second-Brain-Bibliothekar aus Beitrag 4 darf laut Rollenmodell keine Quellnotizen verändern – nur lesen. Das wirft sofort eine praktische Frage auf: Wie kommen seine Erkenntnisse dann überhaupt irgendwo an? Und wie bleibt nachvollziehbar, wenn de ...
Die fünfte Rolle: wie der Kurator (agt_kur) das Rollenmodell selbst korrigiert
Ein Rollenmodell zu entwerfen und mit genau diesem Entwurf gegen eine bereits getroffene, dokumentierte Entscheidung zu verstoßen, ohne es zu merken – das ist mir beim Ausarbeiten meiner fünften Rolle tatsächlich passiert. Aufgefallen ist der Widersp ...
Vier Rollen für ein Second Brain: wie ich Agenten-Verantwortlichkeiten definiert habe
Irgendwann habe ich nachgezählt: 1.638 Input-Notizen standen nur 36 tatsächlich verarbeiteten Notizen gegenüber – weniger als drei Prozent. Das Sammeln hatte in meinem Second Brain längst funktioniert, das Verarbeiten nicht. Die eigentliche Frage war ...
Wenn das Kanban-Board bricht: Grenzen des Task-Board-Plugins und der Weg zu Bases
Mit dem Prozessmodell stand fest, wie ich über mein Second Brain denken will. Für die tägliche Arbeit brauchte ich aber auch ein Werkzeug, das dieses Denken abbildet – ein Kanban-Board für Projekte und Aufgaben. Genau dort brach mir wenig später eine ...
Vom PARA-Schema zum Prozessmodell: wie mein Second-Brain-Konzept gereift ist
Nach dem Datenimport aus Notion stand die nächste Frage im Raum: Nach welcher Logik sollen die zusammengeführten Daten künftig geordnet werden? Naheliegend war PARA (Projects/Areas/Resources/Archive) / fortelabs.com – das bekannteste Ordnungssystem i ...
Vier Rollen für ein Second Brain: wie ich Agenten-Verantwortlichkeiten definiert habe

Irgendwann habe ich nachgezählt: 1.638 Input-Notizen standen nur 36 tatsächlich verarbeiteten Notizen gegenüber – weniger als drei Prozent. Das Sammeln hatte in meinem Second Brain längst funktioniert, das Verarbeiten nicht. Die eigentliche Frage war dabei gar nicht technischer Natur: Wer oder was sollte diesen Rückstau abarbeiten, und mit welchen Rechten sollte dabei gearbeitet werden dürfen?

Ein Rückstau, der eine Struktur brauchte

Eine einzelne, allzuständige KI-Rolle für alles – Sichten, Entscheiden, Schreiben, Veröffentlichen – schien mir keine gute Idee. Zu viel Verantwortung an einer Stelle, zu wenig Möglichkeit, im Alltag noch nachzuvollziehen, was gerade automatisch passiert und was nicht. Also stand am Anfang keine technische Frage, sondern eine organisatorische: Welche Teilaufgaben lassen sich sauber trennen, und welche Rechte braucht jede dieser Teilaufgaben tatsächlich – nicht mehr, aber auch nicht weniger?

Vier Rollen statt einer allzuständigen KI

Entstanden ist ein Vier-Rollen-Modell, jede mit klar unterschiedlichem Zugriff:

  • Agent Second-Brain-Bibliothekar [agt_bib] – arbeitet auf der Input-Ebene, sichtet und clustert die rohen Notizen. Nur Leserechte auf die Quellen; einziger erlaubter Schreib-Output ist ein eigenes Übergabe-Artefakt mit Vorschlägen, keine direkte Veränderung an den Notizen selbst.
  • Agent Cowork [agt_cw] – der eigentliche Default-Modus meiner interaktiven Arbeit mit Claude: Tasks bearbeiten, Dokumentation pflegen, neue Aufgaben definieren. Hier gibt es echtes Schreibrecht, weil ich im selben Arbeitsschritt mitentscheide – anders als bei den unbeaufsichtigt laufenden Rollen. Der Prozess-Agent challenged die Übergabe-Artefakte und erzeugt nach Absprache daraus Aufgaben oder detaillierte, umfangreichere Notizen.
  • Agent Redakteur [agt_red] – übernimmt die Content-Erstellung von Aufgaben im Bereich Blogbeitrags, aber ohne Themenhoheit, erst nach Übergabe: Welches Thema überhaupt zum Blogbeitrag wird, entscheidet nicht diese Rolle. Schreibrecht nur im Entwurfsordner, kein Publish-Recht.
  • Agent Live-Coach [agt_lc] – bisher nur perspektivisch gedacht, für Quartals- und Jahresreviews im direkten Dialog statt ereignisgetriggert wie die anderen drei Rollen.

Wo es zu klemmen begann

Zwei Punkte ließen sich nicht am Reißbrett klären. Der Agent Cowork blieb zunächst ein reiner Platzhalter – die eigentliche Frage war, ob das überhaupt eine eigene Rolle mit eigenem Profil ist, oder einfach die Bezeichnung für meine ganz normale, bereits gelebte Zusammenarbeit mit Claude. Und beim Agent Redakteur stand die Frage im Raum, ob ein erfülltes Abnahmekriterium (eigener Skill, erfolgreicher Testlauf) automatisch zur Freigabe führen sollte, oder ob es dafür immer noch eine explizite Entscheidung von mir braucht.

Vom Prinzip zur Regel

Beide Fragen und einige weitere haben sich erst über 17 Protokoll-Runden in zwei separaten Sitzungen wirklich geschärft – nicht an einem Nachmittag entschieden, sondern schrittweise durchdacht. Am Ende standen konkrete, eindeutig anwendbare Regeln statt vager Prinzipien:

  • Der Agent Cowork bearbeitet Dateien standardmäßig direkt, mit genau einer Ausnahme: Datei-Umbenennungen bleiben bei mir. Grund ist rein technisch – nur Obsidians eigener Umbenennen-Befehl aktualisiert Wikilinks vault-weit zuverlässig, ein externes Skript würde tote Links hinterlassen.
  • Beim Agent Redakteur gibt es keine automatische Freigabe, selbst wenn alle Abnahmekriterien formal erfüllt sind. Es braucht immer eine konkrete, positiv zu beantwortende Freigabefrage an mich – eine bewusste Erweiterung des Grundprinzips "Automatisierung schlägt vor, ich entscheide": auch bei erfüllten Kriterien keine stille Statusänderung.

Ergebnis

Alle vier Rollen sind inzwischen als Entwürfe dokumentiert. Drei davon habe ich bereits in der Praxis getestet, mit durchaus unterschiedlichen Ergebnissen – davon handelt der nächste Teil dieser Serie.

Ausblick

Ein Rollenmodell auf dem Papier ist die eine Sache, ein echter Testlauf mit echten Daten eine andere. Wie der Agent Second-Brain-Bibliothekar zum ersten Mal auf 100 echte Input-Notizen losgelassen wurde und was dabei tatsächlich herauskam, zeigt der nächste Beitrag.

  • Häufige Fragen:
    • Frage: Warum nutzt ein Second Brain mehrere KI-Rollen statt einer einzigen?, Antwort: Eine allzuständige KI, die sichtet, entscheidet, schreibt und veröffentlicht, konzentriert zu viel Verantwortung an einer Stelle. Im Alltag lässt sich dann kaum nachvollziehen, was automatisch passiert. Deshalb sind die Teilaufgaben getrennt, und jede Rolle bekommt nur die Rechte, die sie tatsächlich braucht.
    • Frage: Welche vier Rollen gibt es im Second Brain, und was darf jede?, Antwort: Der Bibliothekar sichtet und clustert Notizen und darf nur lesen. Der Prozess-Agent (Cowork) ist der Standardmodus der interaktiven Arbeit und darf schreiben, weil der Autor im selben Schritt mitentscheidet. Der Redakteur schreibt Blogentwürfe, aber nur in den Entwurfsordner und ohne Recht zum Veröffentlichen. Der Live-Coach ist für Quartals- und Jahresreviews vorgesehen.
    • Frage: Warum darf keine der Rollen automatisch etwas freigeben?, Antwort: Auch wenn alle Abnahmekriterien formal erfüllt sind, braucht es immer eine ausdrückliche Freigabe des Autors. Das Prinzip lautet: Die Automatisierung schlägt vor, der Autor entscheidet. Stille Statusänderungen soll es nicht geben.
    • Frage: Warum wurde ein Vier-Rollen-Modell überhaupt aufgebaut?, Antwort: Im Second Brain standen 1.638 Inputerarbeiteten gegenüber, weniger als dreiProzent. Das Sammeln funktionierte, das Verarbeiten nicht. Die Rollen sollen diesen Rückstau strukturiert abarbeiten.