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Notizblog

Gesellschaft: Beiträge zu den Potenzialen neuer Technologien
und deren Auswirkungen auf Gesellschaft und Alltag.

17. September 2026

Compute ist der Hebel - Aber wer sitzt mit am Tisch

in Gesellschaft

von Moritz Conjé & Claude

Nach Amodeis Essay reagierten die Aktienmärkte am Montag kurzzeitig nervös, Nvidia eingeschlossen. Kursausschläge dieser Art sagen für sich genommen wenig, sie sind binnen weniger Tage meist wieder aufgeholt. Interessanter ist eine Frage, die in meinem…
14. September 2026

Sicherheitsdebatte oder Marktordnung? - Keine Krisen sondern "Regulierungsvorschläge"

in Gesellschaft

von Moritz Conjé & Claude

Der Chef von Anthropic bittet den Staat um eine Ausnahme vom Kartellrecht. Er schreibt das nicht in eine Fußnote, sondern in den Haupttext seines Essays „We Must Pace the Frontier", veröffentlicht am 12. September 2026.…
14. September 2026

Wenn drei Krisen zusammenkommen - Ausbrüche, Börsenangst und die offene KI-Konkurrenz

in Gesellschaft

von Moritz Conjé & Claude

Kaum 24 Stunden nach meinem letzten Beitrag zur „Konsolidierungsphase" zeigt sich am Montag, den 14. September 2026, wie viel an diesem Wochenende tatsächlich zusammengekommen ist. Asiatische Börsen reagieren auf Amodeis Slowdown-Aufruf mit teils zweistelligen Kursverlusten,…
13. September 2026

KI-Konsolidierungsphase - Vorsicht ist das Gebot der Stunde?

in Gesellschaft

von Moritz Conjé & Claude

Am späten Samstagnachmittag des 12. September 2026 veröffentlicht Anthropic-Chef Dario Amodei einen Essay mit dem Titel „We Must Pace the Frontier". Seine Botschaft: Die Branche müsse das Entwicklungstempo drosseln, damit die Sicherheitsarbeit mithalten kann. Binnen…
31. August 2026

Der KI-Diskurs der Tech-Größen - Sie warnen und beschleunigen zugleich

in Gesellschaft

von Moritz Conjé & Claude (Co-Autor)

Kaum eine Woche vergeht ohne eine neue Aussage einer prominenten Tech-Führungskraft zu den Risiken künstlicher Intelligenz, gefolgt, oft im selben Atemzug, von einer neuen Rekord-Investitionsrunde in genau diese Technologie. Dieses Muster begegnet mir auch beruflich…
29. August 2025

Michigan baut Drohnen-Testkorridor: M-Air angekündigt

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Die zunehmende Verdichtung von Städten und die wachsende Nachfrage nach schnellen Transportlösungen führen dazu, dass auch der Luftraum stärker in den Fokus rückt. Drohnen und elektrische Luftfahrzeuge gelten als ein möglicher Baustein zukünftiger Mobilität –…
29. August 2025

Bloomberg City Data Alliance wächst weiter – Datenkompetenz als Fundament smarter Städte

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Städte im Wandel: Daten als Grundlage moderner Verwaltung Städte weltweit stehen vor zunehmenden Herausforderungen: wachsende Bevölkerungszahlen, Klimawandel, Ressourcenknappheit und steigende Anforderungen an öffentliche Dienstleistungen. Um diese Aufgaben zu bewältigen, wird die Fähigkeit, Daten systematisch zu…
02. Juni 2025

Arbeitszeitmodelle im Wandel – zwischen Flexibilisierung und Leistungsdruck

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

1. Einleitung: Mehr als nur Stunden – Arbeitszeit im Wandel Hand aufs Herz, kaum etwas beeinflusst unser Leben so direkt wie unsere Arbeitszeit. Es geht nicht nur darum, wie viel Geld am Ende des Monats…
28. Mai 2025

Smart Workplaces in Städten – Wie Digitalisierung weiterhin die Arbeitskultur verändert

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Die Digitalisierung hat nicht nur unsere Städte, sondern auch unsere Arbeitskultur grundlegend verändert. Mit dem Aufkommen von Smart Workplaces verschmelzen physische und digitale Arbeitswelten, was neue Herausforderungen und Chancen für Unternehmen und Mitarbeitende mit sich…
28. Mai 2025

Bürgerbeteiligung neu gedacht – Das Projekt un:box cologne

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Warum Bürgerbeteiligung heute neu gedacht werden muss Viele Kommunen in Deutschland kennen die Herausforderung: Bürgerbeteiligung wird oftmals als langwieriger, bürokratischer Prozess empfunden. Dabei ist eine effektive Einbindung der Bürger entscheidend für die Akzeptanz und den…
24. Mai 2025

Homo Creator: Der schöpferische Mensch im Spiegel der Technik – Ein persönlicher Blick

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Einleitung: Technik als Ausdruck unseres Selbst Technik ist mehr als nur ein Werkzeug – sie ist der Spiegel unserer eigenen Kreativität und unseres Verständnisses von der Welt. Als „Homo Creator“ begreifen wir den Menschen als…
17. Mai 2025

Kommunalbefragung 2025 – Ergebnisse und Perspektiven

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Kommunalbefragung 2025 – Ergebnisse und Perspektiven Was deutsche Städte wirklich brauchen – Ergebnisse und Perspektiven der Kommunalbefragung 2025 Bis zum 11. April 2025 hatten deutsche Kommunen die Gelegenheit, ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Wünsche im Rahmen…
13. Mai 2025

„Smart City ist digitale Notwehr“ – Rückblick auf den 6. Kongress der Modellprojekte Smart Cities…

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Warum dieser Kongress zählt Am 6. und 7. Mai 2025 trafen sich gut 200 Vertreter-innen aus über 70 deutschen Kommunen im Munich Urban Colab, um darüber zu diskutieren, wie sich die Ergebnisse des Bundes-Förderprogramms „Modellprojekte…
21. Dezember 2024

Smart Cities und Stadtentwicklung: Potenziale von Datahubs und Connected Urban Twins

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Die bisherigen Beiträge haben die Grundlagen der Stadtentwicklung sowie die Rolle von Smart Cities im digitalen Zeitalter beleuchtet. Aufbauend auf diesen Konzepten widmen wir uns nun den technischen und strukturellen Elementen, die als Kern der…
21. Dezember 2024

Smart Cities und Stadtentwicklung im digitalen Zeitalter

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Im vorherigen Beitrag haben wir die Grundlagen moderner Stadtentwicklung beleuchtet und dabei die Bedeutung der integrierten Stadtentwicklung hervorgehoben. Nun richten wir den Fokus das Konzept Smart Cities und den Einfluss auf Stadtentwicklung. Wie können digitale…
21. Dezember 2024

Stadtentwicklung: zentraler Bestandteil der Gesellschaft im Wandel

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Stadtentwicklung ist ein zentraler Bestandteil moderner Gesellschaften und entscheidend für die Lebensqualität der Bewohner. Sie umfasst die Planung, Gestaltung und Transformation urbaner Räume, um auf gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen zu reagieren. Dieser Artikel bietet…
17. Dezember 2024

Smart Cities und Smart Regions: wie Kommunen die digitale Zukunft gestalten

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Die digitale Transformation als Chance für Städte und Regionen Die digitale Revolution verändert nicht nur unseren Alltag, sondern auch die Strukturen unserer Städte und Regionen. Smart Cities sind hier das Schlagwort: Kommunen nutzen digitale Technologien,…
23. November 2024

Google Notebook: KI generierter Podcast

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Das Beste, was ich aus den letzten Jahren meiner beruflichen Entwicklung mitgenommen habe, ist ein gewachsenes Netzwerk aus spannenden und interessanten Kontakten sowie Freundschaften. Viele eint dabei das Thema Digitalisierung und Smart Cities auf verschiedenen…
19. Juli 2024

Smart City Entwicklung in Deutschland – Ein Überblick (Bitkom Smart City Index 2024)

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

In Deutschland arbeiten viele Städte daran, durch Digitalisierung und neue Technologien lebenswerter und nachhaltiger zu werden. Die sogenannte "Smart City" zielt darauf ab, durch intelligente Technologien städtische Infrastrukturen zu modernisieren und das Leben der Bürger…
21. Juni 2024

GreenIT-Strategie Schleswig-Holsteins: Nachhaltige Digitalisierung für die Zukunft

in Gesellschaft

von Moritz Conjé

Die Digitalisierung verändert alle Bereiche unseres Lebens – von der Art, wie wir arbeiten, bis hin zur Art, wie wir kommunizieren. Mit dieser Entwicklung gehen jedoch auch steigende Umweltbelastungen durch CO₂-Emissionen und hohen Energieverbrauch einher.…
Compute ist der Hebel - Nur sitzt Nvidia nicht mit am Tisch

Nach Amodeis Essay reagierten die Aktienmärkte am Montag kurzzeitig nervös, Nvidia eingeschlossen. Kursausschläge dieser Art sagen für sich genommen wenig, sie sind binnen weniger Tage meist wieder aufgeholt. Interessanter ist eine Frage, die in meinem letzten Beitrag bereits anklang, dort aber nur gestreift wurde: Amodeis Essay benennt Compute selbst als möglichen Hebel für ein Tempolimit. Was bedeutet das für die Firma, die diesen Hebel tatsächlich herstellt, aber am Verhandlungstisch der drei Labore nicht sitzt?

Zwei Geschäfte, ein Essay

Wer über ein Tempolimit für „Frontier AI" spricht, meint in erster Linie das Training immer leistungsfähigerer Modelle. Für Nvidias Umsatz ist das nur die halbe Geschichte. Laut den Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal 2027 (Quartal bis 26. Juli 2026) entfielen 89,0 von 96,2 Milliarden US-Dollar Umsatz, also 92,6 Prozent, auf das Data-Center-Segment. Wie viel davon auf Training und wie viel auf Inferenz entfällt, weist Nvidia nicht getrennt aus. Jensen Huang selbst hat auf der GTC 2026 aber eine klare Rangfolge gesetzt: Nicht das einmalige Training eines Modells sei der Kern des Geschäfts, sondern der laufende Betrieb. „The computer is actually a manufacturer, a token manufacturing system", sagte er dort und rahmte Inferenz als „center of gravity" der gesamten Branche.

Ein Tempolimit, das ausschließlich Trainingsläufe adressiert, wie Amodeis Essay es vorschlägt, träfe damit genau den Teil der Nachfrage, den Nvidias eigener CEO bereits als nicht mehr zentral einordnet. Werbung, Agenten, Coding-Assistenten und alle bereits ausgerollten Anwendungen laufen weiter, unabhängig davon, ob im nächsten Jahr ein noch größeres Modell trainiert wird. Diese strukturelle Trennung, nicht der Kurswert an einem beliebigen Montag, ist der eigentliche Grund, warum ein Pacing-Pakt zwischen drei Laboren Nvidias Geschäftsmodell kaum in seinem Kern berührt.

Der Hebel, den der Essay selbst benennt

Berührt wird Nvidia trotzdem, nur an einer anderen Stelle. In meinem vierten Beitrag hatte ich die drei Mechanismen herausgearbeitet, über die Amodeis Essay ein Tempolimit tatsächlich umsetzen will: Kartellrechts-Ausnahme, Fähigkeits-Checkpoints und externe Prüfer. Einer dieser Bausteine benennt das Steuerungsmittel explizit: „pacing based on limiting the ingredients that go into frontier models, such as training compute, the nature of training runs, or internal use of AI to improve AI." Egal, welche konkrete Ausgestaltung sich am Ende durchsetzt, Compute ist der Dreh- und Angelpunkt, über den sich jede Form von Tempolimit technisch überhaupt kontrollieren lässt. Wer die Schwelle definiert, ab der ein Modell als „Frontier" gilt, definiert damit indirekt auch, wie viel Rechenleistung ein Unternehmen kaufen darf, bevor zusätzliche Auflagen greifen.

Verhandelt wird dieser Mechanismus laut Beitrag 4 zwischen Anthropic, OpenAI und Google, mit Zustimmung von Musk. Der Hersteller der Hardware, über die sich diese Schwelle in der Praxis erst messen und durchsetzen ließe, kommt im Essay nicht vor. Das deckt sich mit einer Beobachtung aus meinem zweiten Beitrag: Während Musk, Altman und Google sich binnen 24 Stunden öffentlich hinter Amodeis Aufruf stellten, äußerte sich Huang zu „We Must Pace the Frontier" nicht direkt, sondern sprach auf Nvidias eigener Quartalszahlenkonferenz weiter in reiner Beschleunigungssprache von einem „Inflection Point" und einem „goldenen Zeitalter" neuer Labore. Im Licht des Compute-Hebels aus Beitrag 4 liest sich dieses Schweigen weniger als Desinteresse denn als die Position einer Partei, deren Produkt gerade zum Gegenstand einer Verhandlung wird, an der sie nicht beteiligt ist, strukturell ähnlich der Rolle, die Europa in Beitrag 4 in Amodeis Essay einnimmt: relevant für das Ergebnis, aber nicht am Tisch.

Die zweite Front: offene Modelle

Eine zweite strategische Linie ergibt sich aus einer Entscheidung, die Nvidia in denselben Wochen selbst getroffen hat. Am 3. September 2026 bestätigte der Konzern die Übernahme von Hugging Face für 12,93 Milliarden US-Dollar, die zweitgrößte Akquisition der Firmengeschichte. Damit wird Nvidia zum Eigentümer der zentralen Verteilplattform für offene Modelle, also genau des Ökosystems, das laut Beitrag 4 im gesamten „We Must Pace the Frontier"-Essay kein einziges Mal vorkommt. Fähigkeits-Checkpoints ab einer bestimmten Compute-Schwelle träfen nach derselben Logik vor allem kleinere Anbieter und offene Modelle härter als die drei Labore, die den Mechanismus selbst entworfen haben, ein Punkt, den ich in Beitrag 4 bereits am Beispiel der fehlenden Open-Source-Erwähnung diskutiert hatte.

Wie handfest dieser Interessenkonflikt ist, zeigt ein Detail aus dem in dritten Beitrag bereits behandelten Juli-Einbruch bei Hugging Face. Laut dem eigenen Incident-Report des Unternehmens versuchte das Sicherheitsteam zunächst, die Angriffsprotokolle mit kommerziellen Closed-Source-Modellen auszuwerten. Das scheiterte: „these requests were blocked by the providers' safety guardrails, which cannot distinguish an incident responder from an attacker." Durchgeführt wurde die forensische Analyse am Ende mit einem offenen Modell, „zai-org/GLM-5.2, an open-weight model, on our own infrastructure". Genau die externe Prüfer-Logik, die Amodeis Essay ausweiten will, meist gestützt auf geschlossene Frontier-Modelle als vertrauenswürdige Instanz, ist in diesem konkreten Fall bereits einmal gescheitert. Funktioniert hat, was der Essay an keiner Stelle als Option benennt.

Fazit

Nvidia ist von einem Trainings-Tempolimit kaum bedroht, Inferenz trägt die Nachfrage nach eigener Aussage des Unternehmens längst allein. Strategisch exponiert ist der Konzern trotzdem, nur an einer anderen Stelle als der Kurs am Montag vermuten ließ: als Hersteller des Hebels, über den sich jede Form von Compute-basiertem Tempolimit erst umsetzen lässt, ohne selbst am Tisch zu sitzen, an dem dieser Hebel definiert wird, und als frischer Miteigentümer eines offenen Modell-Ökosystems, das genau durch diesen Hebel am stärksten unter Druck geraten würde. Beides zusammen ergibt kein Bedrohungsszenario für das nächste Quartal, aber eine Interessenlage, die sich mit der reinen Trainings-Bremsen-Erzählung aus dem Essay nur unvollständig deckt.

Ausblick

Offen bleibt, ob aus dem in Amodeis Essay nur als „one possible scheme" formulierten Compute-Checkpoint jemals eine konkrete, durchgesetzte Regel wird, und ob Hardware-Hersteller wie Nvidia dann einen Platz am Verhandlungstisch bekommen, den sie bislang nicht haben, ähnlich der in Beitrag 4 offen gelassenen Frage nach Europas Rolle. Ebenso offen: ob der Hugging-Face-Vorfall aus Beitrag 3, bei dem ein offenes Modell dort erfolgreich war, wo geschlossene Frontier-Modelle an ihren eigenen Guardrails scheiterten, in der weiteren Debatte als Argument für eine stärkere Rolle offener Modelle aufgegriffen wird, oder ob er als Einzelfall folgenlos bleibt.